Gedenken

 

István Szabó ist im Jahre 1928 in der Nähe von Zalegerszeg, in Nemesapáti geboren.

In seiner Kindheit hat er von seiner religiösen Familie viel Liebe und Fürsorge bekommen. Sein Interesse für die Weinberge und Kellerei, die er von seinem Großvater gelernt hat, wurde in ihm immer stärker. Seine Verpflichtung in diese Richtung zeigt auch, dass als er nach dem Krieg als Soldat (mit 16 Jahren) aus Deutschland zurück kam, zuerst 1953 ein Diplom als Ingenieur, dann 1960 als Lehrer erworben hat. Als erfahrener Winzer war er nie müßig sein Wissen an anderen weiterzugeben, die den Wein ebenso ehrten und gerne hatten.
Die reformierte Kirchgemeinde von der Hold utca war für ihn, wie sein zweites zu Hause. Er nahm an allen Veranstaltungen aktiv Teil.

Bei seiner Arbeiterschaft hatte er von seiner Ehefrau, mit der er 62 Jahre lang glücklich verheiratet war, immer liebende Unterstützung bekommen. Er war ein liebender und fürsorglicher Vater. Die Zeit, die er mit seinen Enkeltöchtern verbracht hatte, haben ihm viel Freude bereitet.

 

Seine Erinnerung wird immer mit uns bleiben.

Familie von Onkel Pista

 


 

 

Judit Balogh (1922-2017)

Sie ist 1922 geboren. 1949, mit 27 Jahren trat sie, der erhörten Berufung folgend ins Philadelphia Diakonisseninstitut ein und lies damit ihr früheres, fleißiges Landleben bei den Eltern, ihr liebes Zu Hause da. Sie absolvierte die drei Vorbereitungsjahre für den Diakonissendienst, aber bevor sie hätte eingeweiht werden können, wurde das Mutterhaus 1951 auf Befehl des Parteienstaates aufgelöst. Judit Balogh hat das aber nicht entmutigt. In der Seele war sie bereits eine Diakonisse. In ihren späteren Aufgaben führte sie ihr Leben als selbstbewusste Diakonisse weiter, diente und verkündete das Evangelium. In den letzten Jahren, auch in diesem Jahr, als sie ihre lieben Helfer hingebracht haben, hat sie immer die Gottesdienste der Hold utca besucht. Ihr Tod viel nach 95 Jahren ebenso auf den Himmelfahrtstag, wie die Gründung ihres einstigen Philadelphia Mutterhauses. Am 25. Mai 2017, im Alter von 95 Jahren endete ihr Leben im Reformierten Albert Schweitzer-Haus von viel Sorgfalt umgeben. Es war für sie sehr wichtig, dass sie als Diakonisse angesehen wird und so in der Erinnerung derjenigen bleibt, die sie liebten und ehrten.

Gesegnet sei ihr Gedächtnis!

 

 


 

 

Frau Dr. Erik Török, geb. Margit Tippel (1924) sie kam aus einer schwäbischen Familie aus dem Komitat Tolna nach Budapest, wo sie an der Universität studierte.

Während ihres kampfvollen Leben überlebte sie die Malenkij Robot, den II. Weltkrieg, die Aussiedlung und in den Jahren des Kommunismus erzog sie alleine ihre Kinder, wurde eine hilfreiche Großmutter bei ihren 5 Enkelkindern und an den acht Urenkeln hatte sie auch viel Freude. Als anerkannte Sprachlehrerin einer Mittelschule, half sie jedes ihren Enkelkindern zur Sprachprüfung aus Deutsch und aus Englisch.  Sie war mehrere Jahrzehnte lang Mitglied unserer Gemeinde und strebte aktiv die Erhaltung der volkskundlichen Werte der deutschen Minderheit an.

 

 


 

András Szesztay (geboren am 3. September 1926 in Nyíregyháza, gestorben am 31 Juli 2017 in Sződliget) Er gehörte zu den vielleicht weniger bekannten, aber von vielen geliebten und geehrten Persönlichkeiten sowohl des Aufstandes von 1956, als auch der politischen Wende.

Im Frühling 1944 hatte er als Schulabgänger des Gymnasiums Lajos Kossuth in Nyíregyháza mit seiner Schularbeit über die ungarisch-kroatischen Kontakte den jährlichen Hauptpreis der Selbststudiengruppe der Schule gewonnen. Zu der Zeit ist ein sein ganzes Leben bestimmendes Trauma, dass seine jüdischen Mitschüler kurz nach dem Abitur in Konzentrationslagern verschleppt wurden und nur wenige von ihnen zurückkehrten, bis einer seiner besten Schulfreunde bei der sowjetischen Zwangsarbeit (Malenkij Robot) ums Leben kam.

Seine Universitätsstudien begann er im Herbst 1944 in Budapest, wo er sich durch die reformierte Gemeinde von Albert Bereczky der Retteraktivität der schwedischen Diplomatie (Raoul Wallenberg) anschloss. Nachdem er im Jahr 1950 sein juristisches Diplom erhielt, hatte er nach der Gerichtspraxis, aus politischen Gründen keine juristische Arbeit angenommen, sondern war in den 50er Jahren in weniger Ausbildung fordernden Arbeiten tätig. In diesen Jahren schloss er sich aktiv an die reformierte Gemeinde in Budapest-Pasarét an, wo er, zusammen mit anderen Kontakt zu den von der kommunistischen Regierung ausgesiedelten Gemeindemitgliedern hielt.

Im Jahre 1956 nahm er an die Gründung des Christlichen Jugendvereins teil. In den Tagen des Niederschlags der Freiheitsbewegung trat er durch den reformierten Bischof László Ravasz mit István Bibó, dem Staatsminister der Revolution in Verbindung und arbeitete bis seiner Verhaftung mit ihm in der Budapester Universitätsbibliothek. Er wurde als Zeuge im Bibó-Gönz-Prozess berufen, aber angeklagt wurde er nicht. Zur Zeit der Vergeltungen besuchte er regelmäßig die Familien der Gefangenen und Hingerichteten. Mit Ervin Vályi-Nagy und mit mehreren Mitgliedern der reformierten Jugend der 50er der Pasaréter Gemeinde gedachten sie noch Jahrzehnte lang an den Jahrestag des Aufstandes von ?56.

In den 60er Jahren beteiligte er sich als Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) an der Neugründung der während des vergangenen Jahrzehnten verbotenen Wissenschaft der Soziologie. Er beschäftigte sich vor allem mit dem Zusammenhang zwischen Bildung und Umweltschutz. Während eines Ausflugs in der Hohen Tatra lernte er seine polnische Frau, die Tochter eines Mitgliedes der polnischen anglophilen Widerstandes (Armia Krajowa) zur Zeit des zweiten Weltkrieges, kennen. Sie hielten ihre Hochzeit in dem damaligen Wohnort seiner Frau in Auschwitz (Oświęcim). Er bestand auf eine Eheschließung ohne Reversale, wozu er die Erlaubnis persönlich von dem damaligen zuständigen Erzbischof Karol Wojtyla, dem späteren Papst Johannes Paul II erhielt. Auch durch seine Ehe wurde er aktiver Bauer der ungarisch-polnischen, sowie der interkonfessionellen Dialog und Zusammenarbeit.

Als die Leiter des Soziologischen Institutes wegen ihr Protest gegen der Besetzung der Tschechoslowakei nach 1968 entlassen wurden, wurde András Szesztay auch nicht mehr wie früher fachlich anerkannt, und nach dem Niederschlag der polnischen Solidaritätsbewegung, wurde auch er entlassen. Er erhielt Arbeit in der Parlamentsbibliothek, dann in dem Wissenschaftlichen Institut für Städtebau (VÁTI), und inzwischen leistete er ad-hoc Arbeiten für die Vaterländische Volksfront (Hazafias Népfront), die damals, unter der Leitung von Imre Pozsgay, zur Wiege des Systemwächsels wurde.

1986 wurde er in Ruhestand geschickt. In den 80er Jahren stand im Brennpunkt seiner politischen Tätigkeit über die Probleme der im Ausland lebenden Ungarn durch polnische Vermittlung die Vatikan zu berichten. 1987 nahm er am Treffen in Lakitelek Teil, und später nach dem Systemwechsel war er in der Ethikkommission des Ungarischen Demokratischen Forums (MDF) tätig. Als Mitglied der Ethikkommission des MDF erhob er später seine Stimme gegen die Tätigkeit der unter dem Namen Partei Ungarischer Wahrheit und Leben sich abtrennenden rechtsradikalen. Er fasste seine politische und ethische Konfession in seinem Essay unter dem Titel ?An Polen?s Grenze? (Lengyelországnak határán) zusammen, der zu Zeiten der Solidaritätsbewegung in Polen in der katholischen Presse veröffentlicht wurde, in Ungarn aber erst nach dem Systemwächsel. Mit seinen Kindern und Enkelkindern zog er 2003 in die Donauknie. In seinen älteren Jahren unterstützte er vor allem die Arbeit seines Diplomatensohnes. Er starb im Kreis seiner Geliebten während der Abendglocke der Sződligeter katholischen Kirche.