Geschichte

Herzlich willkommen in der Deutschsprachigen Evangelisch - Reformierten Kirchgemeinde!

Geschichte

In der 'Reformzeit', der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der Ungarn in vielen Bereichen den Anschluss an die entwickelten westeuropäischen Länder erreichte, fand eine bedeutende Einwanderung von gebildeten Forschern, Akademikern und Unternehmern nach Ungarn statt. Zu diesen gehörten auch bekannte deutschsprachige protestantische Familien wie die Familie Hagemacher, Dreher und Ganz, die aus Deutschland, der Schweiz und Holland eingewandert waren und in dieser Zeit zu bedeutendem Einfluss und Wohlstand brachten.
Es war der Kreis dieser Familien, aus dem heraus 1859 die erste deutschsprachige evangelisch-reformierte Kirchgemeinde in Pest gegründet wurde. Im Jahre 1878 wurde zwischen den Gebäuden des Kranken- und des Waisenhauses in der Budapester Hold utca ein Kirchgebäude im damals verbreiteten neogotischen Stil errichtet.

Trotz der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhundert ist das Kirchgebäude bis heute erhalten geblieben. Nach 1945 begann für die Gemeinde die schwierigste Zeit. Zahlreiche Mitglieder verließen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen mit ihren Familien das Land. Es blieben ein paar Dutzend Gemeindemitglieder, die sich in einem 60m? großen Gemeinderaum an der Alkotmány út zu Gottesdiensten versammelt. Aus dieser Notlage herauskam es - wie auch in anderen Fällen - zu einer heute sicherlich schwer begreifbaren und reichlich brutalen Zweckentfremdung des Bauwerks: hier wurden die Schneiderei und das Kostümlager des staatlichen Fernsehens eingerichtet.

An eine umfangreiche Restaurierung und Wiederherstellung der ursprünglichen ?Funktion? konnte erst ab 1996 gedacht werden. Der erklärte Leitgedanke der geplanten Restaurierung war, den Kirchencharakter des Bauwerkes weitestgehend wiederherzustellen, dabei jedoch- soweit technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar- Grundsätze einer zeitgemäßen Kirchenplanung nicht unberücksichtigt zu lassen. So wurde das Untergeschoß voll ausgebaut. Dort befinden sich ein Gemeindesaal mit Nebenräumen, Sanitätsräume und technische Räume. Die Galerie wurde zweigeschossig ausgebaut. Neben dem Platz für eine Orgel und dem Chorraum konnten so noch ein Sitzungssaal, eine Kindertagesstätte und die Büros der Gemeindeverwaltung untergebracht werden. Als technische Neuerung erhält die Kirche eine sehr moderne Heizungsanlage und einen Fahrstuhl.

Mit der Einweihung der umgebauten Kirche am 3. März 2002 bekam die Gemeinde nach 57 Jahren ihre neue alte Heimat wieder